Der dümmste Horst: Silvio Berlusconi
(07.11.11, 10:37 Uhr) Der dümmste Horst ist in diesem Monat der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi, der sich angesichts der Finanzlage seines Landes endlich zu Reformen durchringen sollte.
Silvio Berlusconi ist vor allem eines: eine schillernde und höchst umstrittene Glanzfigur. Sein Regierungsstil ist geprägt von politischen und privaten Eskapaden. Reformbedarf gibt es in Italien an jeder Ecke. Doch vor lauter Misstrauensabstimmungen gegen den Milliardär geraten die Probleme Rente, Staatsfinanzen und Infrastruktur in den Hintergrund.
Zeitgleich feiert Berlusconi munter feuchtfröhliche „Bunga-Bunga“-Partys, schützt Bekannte und sich vor der Strafverfolgung und scheut selbst auch nicht vor Sex mit Minderjährigen zurück. Macht – die hat der 75-Jährige zweifelsohne und weiß sie im korrupten System Italien zu nutzen. Italien ächzt unter einer Schuldenlast von fast 2 Billionen Euro, 120 Prozent des Bruttoinlandproduktes. Kein Rettungsschirm oder gehebelter Fonds könnte diese Riesensumme fassen. Italien bedeutet also Gefahr für die Eurozone. Schlaflose Nächte und Sorge um sein (politisches) Stehvermögen plagen den potenten Greis. Welch ein Politikerleben. Angesprochen auf den italienischen Staatschef, tauschten selbst Merkel und Sarkozy auf dem jüngsten Krisenkipfel nur noch ein müdes Lächeln und verteilten fleißig Hausaufgaben an den Italiener. Einen weiteren Eintrag im Klassenbuch EU wird Berlusconi in Kauf nehmen. Ihn kümmert Macht und Geld, nicht Italien.
FACTS:
- Auch das 51. Misstrauensvotum scheiterte knapp.
- Berlusconi kann nach eigener Aussage nur acht Frauen in einer Nacht befriedigen.
- Seine Unternehmen müssen regelmäßig Hunderte Millionen Euro Strafe zahlen.
- Berlusconi ist wegen bezahlten Sexes mit der Minderjährigen „Ruby“ in 13 Fällen angeklagt.
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